Gleitsichtgläser

Die perfekte Symbiose

Gleitsichtglaeser

Unter einem Gleitsichtglas versteht man ein Brillenglas, bei dem sich die Stärke kontinuierlich und nicht sichtbar von der Fernkorrektur im oberen Sehbereich über einen Zwischenbereich in die Nahkorrektur im unteren Sehbereich verändert.

Gleitsichtglaeser-nahkorrektur

Warum benötigen wir überhaupt eine Nahkorrektur?

Die Augenlinse ist in jungen Jahren sehr flexibel und kann ihre Krümmung verändern („natürlicher Zoom“) und ermöglicht es und so, in allen Entfernungen scharf zu sehen.


Gleitsichtglaeser-augenlinse
Die Augenlinse wächst ein Lebenlang weiter und verdichtet sich zunehmend, so dass diese Flexibilität und damit die Fähigkeit, auf alle Entfernungen scharf zu stellen, langsam verloren geht. Diese Veränderung tritt bei jedem Menschen ein und kann nach aktuellem Stand der Forschung weder durch Ernährung oder Training aufgehalten werden. Etwa ab dem 40. Lebensjahr macht sich die Veränderung im Nahbereich bemerkbar. Solange man in der Nähe keine Symptome wie schnelle Ermüdung, Anstrengung oder eine typische „ Leseunlust“ bemerkt, bedarf es keiner Korrektur. Wenn Sie nun die oben genannten Beschwerden regelmäßig beobachten, ist eine Korrektur zu empfehlen.

Ob eine Gleitsichtbrille, eine Nahbrille oder eine Kontaktlinsenkorrektur für Sie die beste Lösung darstellt, kann pauschal nicht beantwortet werden. Wir vermessen Ihre Sehstärke präzise und beraten Sie, um für Ihre individuellen Sehanforderungen die optimale Lösung zu finden.


Geschichte des Gleitsichtglases


Franklinglas

Franklinglas von 1785



Bifokalbrille von 1870 Fa. Zeiss

Bifokalbrille von 1870 Fa. Zeiss


Das erste Patent zum Gleitsichtglas stammt aus dem Jahr 1953 (Fa. Essilor, Frankreich). Seitdem wird intensiv an der Technik gearbeitet, um das Sehen mit der Gleitsichtbrille zu optimieren.
Während die ersten Generationen der Gleitsichtgläser über große Bereiche mit Unschärfen und über „harte“ Übergänge zwischen Fern-, Zwischen- und Nahbereich verfügten, was die Gewöhnung erschwerte, sind die modernen Gläser erheblich komfortabler.

Gleitsichtglas älterer Generationen


Gleitsichtglaeser-aelterer-Generationen

Modernes Gleitsichtglas



Modernes Gleitsichtglas

Der technische Aufwand, der hinter dieser scheinbar kleinen Veränderung steckt ist enorm und sehr kostspielig. Während Gläser der ersten Generationen, die heute noch erhältlich sind, auf dem Weltmarkt wenige Dollar kosten und enstprechend „billig“ weiterverkauft werden können, sind moderne Gleitsichtgläser selbstverständlich erheblich teurer, da der ganze Aufwand für die Berechnung der Optik und die Entwicklung der komplizierten Fertigung ja finanziert werden muss.

Neueste Technologien

Wir verfügen über die neueste Messtechnik, um die Gleitsichtgläser individuell für Sie fertigen zu können. Mit unserem „Visio-Office“ bestimmen wir die die personalisierten Trageeigenschaften Ihrer neuen Brille, z.B. die Vorneigung der Fassung, der exakte Abstand Glasebene – Auge, das Führungsauge, ihren Leseabstand und können so die Gläser exakt für Ihren Sehbedarf bestimmen.

Was bedeutet „wellenfrontkorrigiertes Brillenglas“?

Seit einigen Jahren verfügen wir über leistungsfähige Rechner, die es möglich machen, nicht nur den Verlauf einzelner Lichtstrahlen vom Objekt durch das Glas bis zum Auge zu berechnen, sondern den Verlauf ganzer Lichtwellen. Dadurch ist man in der Lage, die optische Abbildung eines Brillenglases viel genauer zu berechnen und die durch jede Linse entstehenden Abbildungsfehler (Astigmatismus schiefer Bündel, sphärische Abberation, Koma usw.) zu minimieren. Die Firma Zeiss hat ein Messgerät entwickelt, das nun auch mit der Wellenfronttechnik das Auge vermisst und dessen Abbildungsfehler genauer ermittelt („i.scription“).

Um die Korrekturstärke des Brillenglases zu optimieren, wurde mit i.Scription® ein Algorithmus entwickelt, der die Sehfehler höherer Ordnung berücksichtigt.

Die durch den i.Profiler®plus erhobenen Daten werden für die Bestellung von i.Scription® Brillengläsern zusammen mit den ermittelten Werten der Brillengläser übermittelt. Alle Daten werden zunächst mit dem Algorithmus bearbeitet und anschließend für die Präzisionsfertigung konvertiert. Das Ergebnis: Auf die persönlichen Bedürfnisse des Betrachters zugeschnittene i.Scription® Brillengläser.

Da der praktische Nutzen dieser Messtechnik auch unter Experten umstritten ist, haben wir uns dazu entschieden, diese Messtechnik nicht anzuwenden.

Für wen ist ein Gleitsichtglas geeignet?
Diese Frage kann pauschal nur grob beantwortet werden. Als „Richtschnurr“ können folgende Kriterien herangezogen werden.

    • für eine Gleitsichtbrille nur sehr bedingt geeignet ist,
        • wer Nackenprobleme hat, da mehr mit Kopfhebungen- und senkungen gearbeitet werden muss.
        • wer für die Ferne keine Brille benötigt
        • wer z.B. beruflich gerade Linienwahrnehmung benötigt (Architekten etc.)
        • wer zu Schwindel und Gangunsicherheit neigt
        • für eine Gleitsicht bedingt geeignet ist,
            • wer nur eine leichte Kurzsichtigkeit hat
            • wer sehr viel mit dem Auto unterwegs ist
            • wer intensiv am PC arbeitet